
Christliche Frauen in Afghanistan gehören zu den am stärksten ausgegrenzten Menschen weltweit. Die wenigen Frauen, die sich dafür entscheiden, Jesus nachzufolgen, zahlen dafür einen sehr hohen Preis. Ihren Glauben müssen sie geheim halten.
Als die Taliban 2021 in Afghanistan wieder die Macht übernahmen, legten sie besonderen Wert darauf, Frauen jegliche Freiheiten zu verbieten. Ihre Lage verschlechterte sich erheblich. Sie werden in ihren Rechten eingeschränkt, insbesondere in Bezug auf Bildung, Arbeit, Bewegungsfreiheit und die Teilhabe am öffentlichen Leben.
Frauen, die Christinnen sind, sind allerdings doppelt gefährdet: einerseits aufgrund ihres Geschlechts und andererseits aufgrund ihres Glaubens. Die Lage christlicher Frauen in Afghanistan ist mittlerweile kaum noch mit einem Leben vor Ort vereinbar.
Wenn die christliche Identität einer Frau bekannt wird, droht ihr die Hinrichtung, ebenso wie ihren Familienangehörigen. Um zu überleben, müssen christliche Frauen in Afghanistan ihren Glauben streng verbergen oder aus dem Land fliehen.
In Afghanistan dürfen Mädchen nach der sechsten Schulstufe nicht mehr zur Schule gehen und haben keine Möglichkeit, zu studieren. Daher bleibt ihnen oft nur ein Schicksal: sehr jung zur Heirat gezwungen zu werden.
Frauen dürfen ihr Zuhause nicht ohne einen Vormund (oftmals der Vater oder Ehemann) verlassen und seit August 2024 auch nicht mehr aus dem Haus gehen, ohne ihren gesamten Körper und ihr Gesicht in der Öffentlichkeit vollständig zu verhüllen.
Laut dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen gibt es in Afghanistan etwa zwei Millionen Witwen. Wenn eine Frau früh Witwe wird oder keinen männlichen Verwandten hat, der für ihren Unterhalt sorgen kann, ist sie zur Armut verdammt. Viele dieser Frauen, denen es heute verboten ist zu arbeiten, müssen betteln, obwohl sie früher angesehene Berufe ausübten: Lehrerinnen, Ärztinnen, Wissenschaftlerinnen, Beamtinnen…
Für Frauen ist es mittlerweile extrem schwierig, fachkundige Hilfe zu erhalten, etwa bei medizinischen Problemen, da sie nur von Frauen behandelt werden können und es nur sehr wenige Ärztinnen oder Pflegekräfte gibt.
Erst kürzlich, im Februar 2026, hat das neue afghanische Strafgesetzbuch Ehemännern ausdrücklich gestattet, ihre Ehefrauen körperlich, sexuell und psychisch zu bestrafen, sofern dabei keine »sichtbaren« Verletzungen zurückbleiben.
Millionen Afghanen sind aus dem Land geflohen, als die Taliban 2021 die Macht übernahmen. Wohin sie flüchteten, hing oft von ihren finanziellen Mitteln oder den Dokumenten ab, über die sie verfügten.
Für diejenigen, die kaum Alternativen hatten, wurden Nachbarländer wie die zentralasiatischen Staaten, der Iran oder Pakistan zu Zufluchtsorten. Ihre Lage bleibt jedoch prekär. Allein im vergangenen Jahr haben mehrere Länder massenhaft afghanische Flüchtlinge abgeschoben und in das von den Taliban kontrollierte Afghanistan zurückgeschickt.
In den Ländern Zentralasiens zögern die Behörden, Neuankömmlinge als Flüchtlinge anzuerkennen, da diese Staaten nach internationalem Recht dann verpflichtet wären, ihnen finanzielle und soziale Unterstützung zu gewähren. Afghanen haben daher große Schwierigkeiten, einen offiziellen Flüchtlingsstatus zu erhalten.
Während sie auf diesen Status warten:
Die Schwierigkeiten, denen christliche Konvertiten aus Afghanistan in Zentralasien begegnen, ähneln oft denen, mit denen sie in Afghanistan konfrontiert wären. Das Leben dreht sich nach wie vor um die Familie und die Gemeinschaft, die von denselben konservativen kulturellen Normen geprägt sind.
Auch wenn der Zusammenhalt innerhalb der Gemeinschaft möglicherweise etwas geringer ist als im Herkunftsland, ist dennoch große Vorsicht geboten, wenn man einen Glauben bekennt, der im Herkunftsland verboten ist und in der lokalen Kultur kaum Akzeptanz findet.
Unter diesen Umständen sind christliche Flüchtlingsfrauen dreifach gefährdet. Ihre Chancen auf Arbeit, Bildung, medizinische Versorgung oder finanzielle Unterstützung sind noch geringer als die anderer afghanischer Flüchtlinge.
Da es kaum Unterstützung für afghanische Flüchtlinge gibt, haben viele Schwierigkeiten, die Grundbedürfnisse ihrer Familien zu decken.
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