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Zeugnis Burkina Faso | 04 September 2026

Burkina Faso: Für seinen Glauben getötet

 

 
Show: true / Country: Burkina Faso / Burkina Faso
In Burkina Faso wurden 31 Männer von Terroristen ermordet. Nach einer traumatherapeutischen Begleitung gedenken die Überlebenden der Verstorbenen und ehren ihr Leben und ihren Tod, der »im mächtigen Namen Jesu« geschah. 

Pastor Michée (im Bild) erinnert sich noch sehr genau an den Anruf, bei dem er erfuhr, dass sein Dorf von Terroristen angegriffen wurde. Er konnte seinen Vater nicht erreichen. Dann schickte ihm seine Schwester ein Foto, auf dem sein Vater mit Handschellen gefesselt zu sehen war. Es war das letzte Foto seines Vaters, auf dem er noch am Leben war.

An diesem Tag drangen etwa hundert Extremisten in das Dorf ein, nahmen alle Männer – insgesamt 31 – fest, brannten alle Häuser nieder und zerstreuten die Herden. Die Angreifer forderten die Frauen und Kinder lediglich auf, das Dorf zu verlassen. Diese suchten Zuflucht auf den umliegenden Feldern. Dann stellten die Terroristen die Männer entlang der Kirchenmauer auf und richteten sie hin.

»Warum hat Gott das zugelassen?«

Kurz vor der Hinrichtung flüchtete Nathalie in die Kirche, um zu beten. »Gott, wenn es dich wirklich gibt, dann lass diese Terroristen unser Dorf verlassen!« Dann kam Nathalie aus der Kirche, sah die Männer an der Wand aufgereiht – unter ihnen auch ihren Mann – und die Angreifer, die bereit waren zu schießen. Einer von ihnen sagte zu ihr: »So, du hast also gebetet? Hat dein Gott deine Gebete erhört?» Nathalie antwortete: »Ja, ich glaube, er wird es tun.« Und der Terrorist verspottete sie. Dann erschoss er ihren Mann.

Pastor Michée wiederum erhielt nach der Hinrichtung ein Foto von der Leiche seines Vaters. »Ich habe ihn an seinen Schuhen erkannt, denn er hatte sich gerade neue gekauft und trug sie.« Seine Stimme bricht. »Ich habe versucht, mir vorzustellen, wie mein Vater gestorben ist. Was war sein letztes Gebet für uns, bevor er starb?«. Sehr schnell drehten sich die Gedanken in seinem Kopf im Kreis: »Warum konnte ich nicht ins Dorf gehen und das Leben meiner Liebsten retten? Warum hat Gott zugelassen, dass das passiert ist? Warum hat er meinen Vater, meine Onkel, meine Brüder nicht gerettet?«

Befreit von Bitterkeit

Bald konnte Pastor Michée nur noch an eines denken: Rache. Sich einer Selbstverteidigungsmiliz anzuschließen. »Für mich war klar, dass Gott uns im Stich gelassen hatte. Beten hatte keinen Sinn mehr.« Wenn schon der Pastor selbst wegen dieser Angriffe den Glauben verlieren konnte, stellen Sie sich erst einmal die Mitglieder seiner Gemeinde vor – Nathalie zum Beispiel!

»Ein nicht verarbeitetes Trauma ist ansteckend.«

Michée

Da erfuhr Open Doors von der Tragödie und organisierte ein Seminar zur Traumabewältigung. Pastor Michée nahm daran teil. »Die Traumatherapie hat mein Leben verändert. Ich hatte Gelegenheit, zu weinen und meine Geschichte zu erzählen. Ich fühlte mich von der Bitterkeit in meinem Innersten befreit.«

Heute sieht Pastor Michée die Dinge klarer: »Ein nicht verarbeitetes Trauma ist ansteckend. Mein  Trauma hätte beinahe meinen Glauben an Gott, meinen Dienst und sogar meine Beziehung zu meiner Familie zerstört. Ich glaubte, Gott hätte uns im Stich gelassen, aber mir wurde klar, dass Gott noch immer viel Liebe für mich empfindet.«

Kraft, Mut und Heilung

Um eine »Ansteckung« durch das Trauma zu vermeiden, organisiert Pastor Michée heute selbst Seminare zur Traumabewältigung. Bislang haben sechzehn Betroffene daran teilgenommen, unter anderem Nathalie und Deborah. »Dieses Seminar hat mir wieder Frieden im Herzen geschenkt«, berichtet Nathalie. »Wenn einem etwas Schlimmes widerfährt, trägt man es in sich, im Herzen, und leidet darunter. Aber wenn man seine inneren Nöte mit anderen teilt, hilft das. Heute ist mein Herz befreit.«

Deborah, die ebenfalls bei dem Anschlag ihren Ehemann verloren hat, sagt: »Dieses Seminar hat mir geholfen, inneren Frieden zu finden. Ich habe die Kraft gefunden, mein Leben weiterzuführen. Nach dem tragischen Ereignis hatte ich niemanden, dem ich mich anvertrauen konnte. Aber Michée hat mir den Weg zu Kraft, Mut und Heilung gezeigt. Heute bin ich geheilt, ich habe keine Bitterkeit mehr in meinem Herzen und lege alles in Gottes Hände.«

Ewiges Leben

Aber ist es wirklich möglich, so friedlich zu trauern? Neben der posttraumatischen Begleitung stützt sich Pastor Michée auf eine besondere geistliche Quelle: »Als Christen glauben wir an das ewige Leben. Unsere Angehörigen sind gestorben, aber wie Jesus werden sie auferstehen. Ihr Tod lässt sich mit der Ernte vergleichen. Wenn man erntet, sammelt man die Weizenkörner ein, doch die Halme bleiben auf dem Feld zurück, um es zu düngen. Der Tod eines Christen ist damit vergleichbar. Du stirbst, aber dein Blut und dein Körper werden zum Dünger für die Lebenden. Denn sie werden dadurch in ihrem Glauben gestärkt und dieser wächst weiter. Sie sind nicht umsonst gestorben.«

Michée ist davon überzeugt und stolz darauf: »Sie sind im mächtigen Namen Jesu gestorben, und sie werden den Lohn erhalten, den sie verdienen. Deshalb müssen wir sie ehren.«



Bitte beten Sie für Christen in Burkina Faso!
  • Beten Sie für ein gutes Verständnis innerhalb Michées Familie. Betet dafür, dass sie den Glauben an Gott bewahren.
  • Bitte beten Sie für Michée, dass er sich weiter seinem Dienst widmet.
  • Beten Sie für seine Gemeinde, für die Witwen und Kinder, dass Gott ihren Glauben am Leben erhält, denn sie haben niemanden, auf den sie sich verlassen können, außer Gott.
  • Bitte beten Sie, dass die Kirche weiterhin das Wort Gottes verkündet und ihre Mitglieder unterstützt, damit ihr Glaube gemäß dem Willen Gottes zur Vollendung gelangt.
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