
Dorfbewohner und Stammesvertreter versammelten sich auf einem Marktplatz, bevor sie durch die Straßen zogen. Sie prangerten das an, was sie als religiöse Konversionsversuche betrachten, und warfen bestimmten Personen vor, ihren Glauben, ihre Kultur und ihre Traditionen zu untergraben. Zahlreiche Frauen nahmen an der Demonstration teil, zu der sich auch Bewohner der umliegenden Dörfer gesellten. Dies zeugt von der Einheit der Gemeinschaft in Fragen von Glauben und Kultur.
Lokalen Medienberichten zufolge betonten die Demonstranten, dass ihr Dorf nicht nur ein Wohnort sei, sondern auch ein Symbol für Kultur, Kulturerbe und die Würde der Stammesvölker. Sie bekräftigten, dass es keine Kompromisse geben könne, wenn es um den Glauben, die Traditionen und die Identität der Stammesvölker gehe. Mit dieser friedlichen Demonstration hat die Gemeinschaft ihre Einheit und ihren Willen zur Bewahrung ihrer kulturellen Werte unterstrichen.
Aarav*, ein lokaler Partner von Open Doors, erklärt:
»Die Demonstration im Dorf Bharanda verlief vergleichsweise weniger gewalttätig als die vorherigen. Bei ähnlichen Kundgebungen waren Extremisten manchmal mit Stöcken, Metallstangen oder Macheten bewaffnet, um Christen oder Kirchen anzugreifen. Diesmal kam es nicht zu solchen Szenen. Die Demonstranten skandierten jedoch Parolen für den Schutz der Stammeskultur und des Stammesglaubens sowie gegen religiöse Konversionen.«
Die Polizei versuchte, während der gesamten Demonstration die Ordnung aufrechtzuerhalten. Am Abend danach erhielten unsere Partner vor Ort jedoch Informationen, denen zufolge Extremisten eine alleinerziehende Mutter und ihre Kinder gewaltsam aus dem Dorf Bharanda vertrieben hätten. Am nächsten Tag sollen auch zwei weitere Familien aufgrund ihres christlichen Glaubens aus ihren Häusern vertrieben worden sein. Nach Angaben unserer Partner sorgt die Polizei derzeit für ihren Schutz.
»Bitte betet für Schutz, Kraft und die materiellen Bedürfnisse dieser vertriebenen Gläubigen. Betet auch für ihre körperlichen und seelischen Bedürfnisse und dafür, dass die Behörden die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um sie zu schützen und ihnen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen«, bittet Aarav.
Im Anschluss an die Demonstration überreichten die Führer der Stammesgemeinschaft dem Gouverneur und dem Ministerpräsidenten von Chhattisgarh ein Memorandum. Dieses offizielle Dokument, in dem eine Partei ihre Forderungen gegenüber einer zuständigen Behörde darlegt, setzt die staatlichen Behörden in dieser Region angesichts des zunehmenden Drucks gegen die christlichen Gemeinschaften vor Ort unter Druck. Die Unterzeichner fordern darin eine Untersuchung der Vorwürfe bezüglich religiöser Konversionen sowie strenge strafrechtliche Maßnahmen gegen jeden Pastor oder Verantwortlichen, der für schuldig befunden wird. Damit steht im Grunde die Freiheit, den eigenen Glauben auszuüben und weiterzugeben, auf dem Spiel. Die Stammesvertreter kritisieren zudem die Untätigkeit der Behörden angesichts der bereits eingereichten Beschwerden und üben damit zusätzlichen Druck auf die Verwaltung aus, Stellung zu beziehen. Für den Fall, dass nichts unternommen wird, drohen sie mit einer Verschärfung ihrer Mobilisierung, was eine anhaltende Bedrohung für die Christen in der Region darstellt.
*Name aus Sicherheitsgründen geändert
Wir verwenden Cookies und andere Technologien auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern. Wir nutzen sie u. a., um Ihnen eine sichere Spendenmöglichkeit anzubieten und um Zugriffe auf unsere Website anonymisiert auszuwerten. Außerdem können wir so eigene YouTube-Videos auf der Website teilen. Je nach Funktion werden dabei Daten an Dritte weitergegeben und von diesen verarbeitet. Weitere Informationen über die Verwendung Ihrer Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Sie können Ihre Auswahl jederzeit unter Einstellungen widerrufen oder anpassen.