
Am 25. März 2026 fällte der Oberste Gerichtshof Kirgisistans ein Urteil im Fall von Pastor Pavel Schreider. Dieser war im November 2024 festgenommen und zu drei Jahren Haft sowie anschließender Zwangsausweisung nach Verbüßung seiner Strafe verurteilt worden.
Der Oberste Gerichtshof hat Pastor Pavels Urteil abgeändert: Die ihm noch verbleibende Haftstrafe wurde in eine Geldstrafe umgewandelt. Er wurde daraufhin umgehend aus dem Gefängnis entlassen. Er hat nun drei bis vier Wochen Zeit, um eine Geldstrafe in Höhe von 150.000 Som (etwa 1.500 Euro) zu begleichen, was drei Monatsgehältern entspricht.
Gleichzeitig bereiten die Behörden seine Ausweisung aus dem Land vor, da seine Haftstrafe mit der Auflage verbunden war, dass er nach seiner Entlassung das Land verlassen muss. Pavel muss für seine Reisekosten selbst aufkommen. Der Pastor ist jedoch in Kirgisistan geboren und besitzt die kirgisische Staatbürgerschaft. Mit 66 Jahren muss er nun in Russland ein neues Leben beginnen.
Zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs der Sowjetunion im Jahr 1991 lebte Pavel Schreider in Russland und erhielt dort die Staatsbürgerschaft. Da er neben seinem kirgisischen Pass auch einen russischen Pass besitzt, betrachten ihn die Behörden als Ausländer und haben beschlossen, ihn nach Russland auszuweisen.
Seine Ehefrau Nelya ist nicht verpflichtet, das Land zu verlassen, doch ihre Familie hat mitgeteilt, dass sie ihrem Mann nach Russland folgen werde.
Bei seiner Festnahme im November 2024 wegen »Anstiftung zu rassistischer, ethnischer, nationaler, religiöser oder regionaler Feindseligkeit« durchsuchte die Geheimpolizei Pavels Wohnung und beschlagnahmte über 2000 Bücher, Bibeln, Bargeld und Mobiltelefone. Mittlerweile wurden ihm die Bücher nach und nach zurückgegeben.
Zur gleichen Zeit wurden zehn Mitglieder seiner Kirche festgenommen und später wieder freigelassen. Pavel und Igor Tsoy, eines der Mitglieder, wurden hingegen durch die Geheimpolizei misshandelt. Pavel berichtet:
»Sie schlugen mich mit einem Eisenrohr auf Kopf und Brust und traten mir gegen die Wirbelsäule.«
Die Behörden setzten einen Elektroschocker ein, um Igor zu zwingen, gegen seinen Pastor auszusagen. Er weigerte sich jedoch.
Während seiner Haftzeit war die Tochter von Pavel Schreider sehr besorgt um seinen Gesundheitszustand. Sie erreichte, dass er in eine medizinische Abteilung in einem anderen Gefängnis verlegt wurde.
Der medizinische Bericht weist auf eine »traumatische Hirnverletzung« und eine »zerebrovaskuläre Insuffizienz« hin, begleitet von einer »kognitiven Beeinträchtigung«. Die Familie sieht darin einen klaren Zusammenhang mit den erlittenen Folterhandlungen.
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