
»Wir haben nicht damit gerechnet«, gab Aarón zu. »Aber als ich erfuhr, dass ich nach Hause zurückkehren kann, verspürte ich Frieden und Dankbarkeit.«
Im Jänner 2025 wurde Aarón die Wiedereinreise nach Nicaragua verweigert, als er von einer Auslandsreise zurückkehrte, auf der er Freunde besucht hatte. Es wurde keine offizielle Begründung abgegeben.
Das Online-Nachrichtenportal »Confidencial« berichtet, dass Dutzende im Exil lebende Nicaraguaner kürzlich offizielle Bescheide erhalten haben, die ihnen die Rückkehr in ihre Heimat gestatten. Diese Maßnahme deutet auf eine mögliche – wenn auch noch ungewisse – Änderung in der Migrationspolitik des Regimes hin.
Bislang hat die Regierung keine öffentliche Erklärung abgegeben. Diese Änderung erfolgt jedoch vor dem Hintergrund wachsenden internationalen Drucks auf das Ortega-Regime und zunehmender regionaler Instabilität, von der seine engsten Verbündeten, Kuba und Venezuela, betroffen sind.
Weitere Maßnahmen, die die Regierung kürzlich ergriffen hat, darunter die Freilassung von mindestens 20 politischen Gefangenen, scheinen in die gleiche Richtung zu gehen.
Trotz der Freude über die Rückkehr nach Hause sind sich die Pastoren bewusst, dass weiterhin Unsicherheit herrscht. »Die Lage ist nach wie vor ungewiss. Ich weiß nicht, was mich erwartet… aber wir vertrauen auf Gott«, erklärte Vicente.
Vicentes Exil kam ebenfalls plötzlich und ohne Vorwarnung. Im Dezember 2024 wurde ihm die Wiedereinreise nach Nicaragua verweigert, als er mit seiner Familie von einer Auslandsreise zurückkehrte. Die Behörden nannten keinen offiziellen Grund. Später erfuhr er durch einen regierungsnahen Freund, dass die Behörden offenbar einen alten Beitrag, den er vor Jahren in den sozialen Medien gepostet hatte und der als regimekritisch eingestuft wurde, entdeckt hatten.
»Ich stehe vor vielen Herausforderungen: Wieder in einer Kirche Gott zu dienen, Arbeit zu finden und die verlorene Zeit mit meiner Familie wieder aufzuholen«,
verrät Vicente.
Die Pastoren bitten nicht nur um Gebet für sich selbst, sondern auch für die Zukunft Nicaraguas und für die religiösen Leiter, die noch immer nicht in ihre Heimat zurückkehren dürfen.
Laut Open Doors wurden in Nicaragua zwischen 2020 und 2025 mindestens 250 Christen – sowohl katholische als auch protestantische – ins Exil getrieben.
Darüber hinaus schätzt die Expertengruppe für Menschenrechte in Nicaragua, dass diese Zahl auf 318 steigen könnte, wenn man politische Gegner, Journalisten und gesellschaftliche Persönlichkeiten mit einbezieht, die zwischen 2018 und 2025 gezwungen waren, das Land zu verlassen.
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