
Die Tragödie der Massenentführungen geht weiter. Am vergangenen Sonntag wurden 177 Christen im Süden des Bundesstaates Kaduna in Nigeria entführt.
Die Entführung fand am Morgen statt, als bewaffnete Männer auf Motorrädern und zu Fuß drei Kirchen der Evangelical Church Winning All (ECWA) im Ort Kurmin Wali angriffen. Nahestehende Quellen berichten, dass das Motiv für die Entführung Lösegeldforderungen seien.
Einheimische berichten, dass ältere Frauen und kleine Kinder freigelassen worden seien und dass einigen anderen Personen die Flucht gelungen sei. Sie werden dennoch zu den insgesamt 177 Entführten gezählt.
Obwohl die lokalen Behörden die Entführung abstreiten, hat die christliche Gemeinschaft die Namen der Entführten dokumentiert und an die Presse weitergeleitet. Journalisten versuchten, Zeugen der Entführung zu befragen, wurden jedoch von Soldaten daran gehindert.
Die Sprecherin von Open Doors für Subsahara-Afrika, Jo Newhouse, reagierte auf diese Nachricht: »Die christlichen Gemeinschaften im Süden des Bundesstaates Kaduna sind aufgrund der Vernachlässigung durch den Staat bereits besonders gefährdet. Ihre Lage wird nun durch wiederholte Angriffe noch verschlimmert. Auch wenn nicht immer klar ist, wer die Täter sind oder was genau ihre Motive sind, führt dies doch zu Verarmung, Angst und Vertreibung der Christen. Die Unsicherheit, mit der die Menschen im Norden Nigerias konfrontiert sind, muss dringend und transparent angegangen werden.«
Schon im November 2025 hatte es eine weitere Massenentführung gegeben: 315 Kinder und Erwachsene waren aus einer christlichen Schule im Bundesstaat Niger entführt worden. Sie wurden alle einen Monat später freigelassen.
»Das Ergebnis ist Verarmung, Angst und Vertreibung der Christen.«
Die Unsicherheit in Nigeria hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Christen sind dort extremer Gewalt ausgesetzt, sodass das Land für sie nach wie vor der tödlichste Ort der Welt ist. Es liegt auf Rang 7 des Weltverfolgungsindex.
»Die Unsicherheit, mit der die Menschen im Norden Nigerias konfrontiert sind, muss dringend und transparent angegangen werden.«
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