
Am 15. Mai 2026 wurden 49 Kinder (41 Volksschüler und 8 Schüler der Mittelstufe) aus einer Schule in Asskira Uba im Bundesstaat Borno entführt. Zeugenaussagen zufolge griffen bewaffnete Männer, die die Sprache der Fulani sprachen, die Schule an und verschleppten die Kinder, obwohl Soldaten vor Ort waren. Bisher hat sich weder eine Gruppe zu der Entführung bekannt noch ist eine Lösegeldforderung eingegangen. Die Familien leben in großer Angst und rufen die Christen dazu auf, für die sichere Rückkehr der Kinder zu beten.
Am selben Tag griffen im Bundesstaat Oyo bewaffnete Männer zwei weiterführende Schulen an, töteten einen Lehrer und entführten zwischen 40 und 45 Personen, darunter einen Schulleiter und mehrere Schüler. Einigen Quellen zufolge fordern die Entführer nicht nur Lösegeld in Form von Geld, Lebensmitteln und Waffen, sondern auch die Erlaubnis, die Scharia im Bundesstaat anzuwenden.
Widersprüchliche Aussagen sorgen für Verwirrung hinsichtlich der Befreiung von mehr als 360 im Bundesstaat Borno entführten Personen. Die BBC berichtet, dass diese Personen im März in einem überwiegend muslimischen Dorf entführt worden waren.
Die Armee erklärt, sie dank einer Geheimdienstoperation befreit zu haben, während die Organisation »Borno South Youth Initiative« angibt, ihre Freilassung ausgehandelt zu haben. Unklar bleibt zudem, ob ein Lösegeld gezahlt wurde.
Am 7. Juni 2026 wurde ein Pastor der Redeemed Christian Church of God (RCCG) aus seinem Haus im Bundesstaat Ondo entführt. Drei bewaffnete Männer führten ihn vor den Augen seiner Kinder ab, während es seiner Ehefrau gelang, zu fliehen. Es wurden keine weiteren Details zu den Entführern oder möglichen Lösegeldforderungen bekannt gegeben. Diese Entführung reiht sich in eine lange Serie von Angriffen auf christliche Amtsträger in mehreren Regionen Nigerias ein.
Experten der Vereinten Nationen haben ihre Besorgnis über zahlreiche Berichte über Morde, Entführungen, sexuelle Gewalt, Zwangskonvertierungen und Zwangsheiraten geäußert, die sich gegen christliche Gemeinschaften und andere religiöse Minderheiten in Nigeria richten. Sie sind der Ansicht, dass diese Verstöße schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen darstellen.
Jabez Musa*, ein auf Menschenrechte spezialisierter Anwalt im Norden Nigerias, erklärt:
»Dass die UNO diese Besorgnis hinsichtlich der christlichen Gemeinschaften zum Ausdruck bringt, ist etwas, das wir seit Jahren gefordert, erhofft und wofür wir gebetet haben.«
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