
Der Angriff ereignete sich am frühen Freitagvormittag in einer katholischen Schule in der Gemeinde Papiri im Verwaltungsbezirk Agwara. Etwas später wurde die endgültige Zahl der entführten Mädchen und Frauen bekannt gegeben: 303 Schülerinnen und 12 Lehrerinnen.
Die »Christian Association of Nigeria« (CAN) gibt in einer Erklärung an, dass diese Zahl auch 88 Schülerinnen umfasst, die bei ihrem Fluchtversuch gefasst wurden.
Laut Monsignore Bulus Dauwa Yohanna, Präsident der CAN im Bundesstaat Niger und Betreiber der Schule, gelang es 50 Schülerinnen im Alter von 10 bis 18 Jahren zwischen Freitag und Samstag zu fliehen. Alle anderen Personen, sowohl Schülerinnen als auch Angestellte und Lehrkräfte, werden weiterhin gefangen gehalten.
Der nigerianische Präsident Bola Tinubu ordnete die Einstellung von 30.000 zusätzlichen Polizisten an, während die nigerianische Regierung die Schließung von fast 50 Oberschulen und öffentlichen Schulen in bestimmten Bundesstaaten verfügte.
Es handelt sich um die bisher größte Entführung von Schulkindern in Nigeria überhaupt.
Es handelt sich um die bisher größte Entführung von Schulkindern in Nigeria überhaupt.
Entführungen gegen Lösegeld sind zu einem gängigen Mittel geworden, um Gemeinschaften zu terrorisieren und in die Armut zu treiben.
Der ehemalige nigerianische Minister Jerry Gana erklärte, dass die bewaffneten Gruppen, die für die jüngste Welle von Entführungen in Schulen im Norden des Landes verantwortlich sind, die Kinder nach den Drohungen von US-Präsident Donald Trump als «menschliche Schutzschilde» einsetzen könnten. Dies könnte mit der Befürchtung der «Banditen» einhergehen, bald von ausländischen Mächten ins Visier genommen zu werden.
Lokale Quellen und Partner von Open Doors vor Ort berichten, dass der Bevölkerung davon abgeraten wurde, in Gruppen zu reisen, um nicht zu einem leichten Ziel für Entführungen zu werden, die in den kommenden Wochen möglicherweise zunehmen werden.
Die »Banditen«, wie sie vor Ort in Nigeria genannt werden, stehen oft in Verbindung mit kriminellen Aktivitäten, insbesondere Entführungen.
Das offensichtliche Unvermögen der Regierung, die Zivilbevölkerung zu schützen, hat erhebliche Auswirkungen: Insgesamt wurden im Norden Nigerias aufgrund der aktuellen Unsicherheit mehr als 10.000 Schulen geschlossen, wodurch Millionen von Kindern zu Analphabetismus, frühzeitigen Ehen und Armut verurteilt sind. Das begünstigt außerdem die Rekrutierung islamistischer Kämpfer, was die Spirale der Gewalt und Unterdrückung weiter verschärft.
»Wir sind zutiefst betroffen von diesen jüngsten Entführungen im Norden Nigerias«, erklärte Jo Newhouse*, Sprecherin von Open Doors für die Arbeit in Subsahara-Afrika.
»Das erinnert uns an die Entführung der Mädchen aus Chibok, von denen viele noch immer in Gefangenschaft sind.«
»Wir fordern die nigerianische Regierung nachdrücklich auf, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um diese Schulkinder und Lehrkräfte sicher zu ihren Familien zurückzubringen und dafür zu sorgen, dass die Schulen vor solchen Angriffen geschützt sind. Die Schließung von Schulen ist nur eine kurzfristige Lösung, denn alle Kinder sollten frei und sicher zur Schule gehen und eine Schulbildung erhalten können.«
*Name aus Sicherheitsgründen geändert
Beispielbild: Christinnen aus Nigeria
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