
»Sie haben unsere Bibeln vor unseren Augen verbrannt«, erklärt Pastor Salomon. »Dann misshandelten sie uns und forderten Geld für unsere Freilassung.« Als er mit zwei anderen Pastoren vor einer christlichen Versammlung gepredigt hatte, griff eine Rebellengruppe die Christen an und entführte die drei Pastoren. Pastor Salomon berichtet von seinen Erlebnissen und der Situation der Christen in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) – er bittet um unser Gebet.
Am 23. April luden die drei Pastoren Mada Salomon, Saoupou Armand und Dorophile Guy Paterne die Mitglieder ihrer Kirchen zu einer gemeinsamen Evangelisationsveranstaltung im Nordwesten des Landes ein. Während der Predigt wurde die Versammlung durch den Angriff einer Rebellengruppe unterbrochen: »Zahlreiche Mitglieder der Rebellengruppe 3R umzingelten das Gebäude von allen Seiten. Sie waren mit Kalaschnikows, Raketenwerfern und Granaten bewaffnet«, erinnert sich Pastor Salomon. Die bewaffnete Rebellengruppe 3R ist seit Dezember 2015 im Nordwesten des Landes aktiv. Immer wieder greifen sie auch gezielt Christen an.
So auch am 23. April: »Wir waren vor Angst wie gelähmt«, erinnert sich Pastor Salomon. Im Fokus der Angreifer standen die drei Pastoren sowie die Zerstörung von Bibeln. »Sie packten die Christen und rissen ihnen die Bibeln aus den Händen«, erklärt Pastor Salomon. Aus Angst flohen viele Christen ins umliegende Buschland.
»Uns drei Pastoren hielten sie fest und zwangen uns, mit ihnen zu gehen. Es war klar, dass sie uns daran hindern wollten, die Frohe Botschaft zu verkündigen«,
sagt Pastor Salomon.
In der Gefangenschaft wurden die Pastoren misshandelt und gedemütigt. Sie mussten dabei zusehen, wie die Mitglieder der Rebellengruppe ihre Bibeln verbrannten. »Das sind nicht nur Bücher. Sie stehen für unseren Glauben und unseren Auftrag, das Evangelium zu verbreiten«, erklärt Pastor Salomon.
Für die Freilassung der Pastoren wurde ein Lösegeld gefordert. Trotz weit verbreiteter Angst unter den Christen wurden die Mitglieder der Gemeinden aktiv. »Einige von denen, die geflohen waren, kehrten zurück«, erklärt Pastor Salomon. »Gemeinsam sammelten sie 1.300.000 CFA-Francs (knapp 2.000 Euro), um unsere Freilassung zu erwirken. Ohne ihr Opfer wären wir heute vielleicht nicht mehr am Leben.« Die Pastoren wurden am 25. April freigelassen, nachdem das Lösegeld gezahlt worden war.
Im Rückblick auf diese Erfahrung beschreibt Pastor Salomon sowohl das Trauma als auch die Widerstandsfähigkeit der Kirche in der Region. »Was wir erlebt haben, war sehr traumatisch. Wir wurden geschlagen und bedroht, und unser Glaube wurde verhöhnt«, sagt er. »Trotz alldem halten wir an Jesus fest. Wir gehen zu denen, die geflohen sind, und ermutigen sie, zurückzukehren und standhaft in ihrem Glauben zu bleiben. Wir sind fest entschlossen, weiter von Jesus zu erzählen. Deshalb haben wir die Evangelisationsarbeit trotz großer Risiken fortgesetzt.«
Obwohl die Gruppe 3R im Dezember 2025 nach einem von den Vereinten Nationen vermittelten Friedensabkommen offiziell aufgelöst wurde, haben die Angriffe nicht aufgehört. Inmitten dieser Unsicherheiten setzen christliche Leiter wie Pastor Salomon ihren Dienst fort: »Wir bitten euch, für uns zu beten«, sagt Pastor Salomon.
»Betet für die Kirche in dieser Region, für die Christen und für uns Pastoren. Wir warten darauf, dass der Frieden in unser Land zurückkehrt. Es gibt nichts anderes, worum wir bitten, als nur um euer Gebet.«
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